Vorteilhafte Wirkung von Teeextrakt auf metabolisches Syndrom und Übergewicht

Weltweit nimmt die Übergewichtigkeit zu, oft in Kombination mit dem metabolischen Syndrom. Das metabolische Syndrom ist durch eine Reihe von Stoffwechselanomalien wie z. B. erhöhten Cholesterinwerten, hohem Blutdruck und einem hohen Blutzuckerspiegel gekennzeichnet.

Die zur Behandlung dieser Symptomatik eingesetzten Medikamente können unerwünschte Nebenwirkungen haben. Aus diesem Grund wird in der Forschung immer mehr nach alternativen Behandlungsmethoden gesucht. Eine neuere Übersichtsarbeit zeigt, dass Teeextrakt bei den Betroffenen eine positive Wirkung auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel haben kann.

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Teeextrakt ist allgemein bekannt und gut erforscht. Seine Wirksamkeit wird hauptsächlich dem Epigallocatechingallat (EGCG) zugeschrieben, einem der stärksten Catechine im Tee. In dieser Übersichtsstudie wurde die Wirkung von Teeextrakt auf das metabolische Syndrom bei Übergewicht untersucht. metabolisches Syndrom und Übergewicht

Positive Wirkung von Teeextrakt

Die Studie deutet darauf hin, dass der Genuss von Teeextrakt bei Übergewicht und metabolischem Syndrom eine positive Wirkung haben könnte. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der BMI und der Blutzuckerspiegel signifikant sanken, während das HDL-Cholesterin signifikant anstieg.

Die Forscher beobachteten auch eine positive Wirkung auf Blutdruck, Gewicht, Taillenumfang und LDL-Cholesterin. Teeextrakt könnte bei der Behandlung des metabolischen Syndroms bei Übergewicht erfolgversprechend sein. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass weitere Untersuchungen mit einer längeren Nachbeobachtungszeit und einem größeren Stichprobenumfang erforderlich sind.

Den vollständigen Beiträg können Sie heir nachlesen: https://orthoknowledge.eu/forschung/vorteilhafte-wirkung-von-teeextrakt-auf-metabolisches-syndrom-und-ubergewicht/?mc_cid=88eea91e7c&mc_eid=cd446b3abe

Zur Übersicht aller Artikel

Grüner Tee und Amyloidose

Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Thema „Grüner Tee und Amyloidose“. Vor einigen Jahren konnte durch die Arbeitsgruppe von Prof. E. Wanker am Max-Delbrück-Zentrum Berlin im Reagenzglas gezeigt werden, dass der Inhaltsstoff des grünen Tees EGCG (Epigallo-Catechin-Gallat) bei Erkrankungen des Gehirns in der Lage ist, die Bildung von Amyloidfibrillen zu reduzieren.

Seither hat sich ein großes Interesse entwickelt, EGCG bei systemischen Amyloidosen einzusetzen, um eventuell den Amyloidabbau zu fördern oder die Bildung zu reduzieren. Herr Prof. Werner Hunstein, der selbst an einer Leichtketten-Amyloidose erkrankt ist, konnte im Selbstversuch zeigen, dass der regelmäßige Genuß von grünem Tee bei ihm zu einer Verminderung der Herzwanddicke geführt hat.

In der Medizinischen Klinik wurde inzwischen eine klinische, Placebo-kontrollierte Studie zur EGCG-Behandlung bei Patienten mit systemischer Leichtketten-Amyloidose durchgeführt. Im Oktober 2016 wurde der letzte der 38 Patienten in die Studie eingeschlossen. Die ersten Studien-Ergebnisse zeigen, dass nach einjähriger Behandlung kein Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen zu beobachten ist.

Quelle und Weiterführendes: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/interdisziplinaere-zentren/amyloidose-zentrum/fuer-patienten/gruener-tee-und-amyloidose/

 

Zur Übersicht aller Artikel

Polyphenole aus Grüntee und Äpfel bekämpfen Krebs

Äpfel und Grüntee weisen auf den ersten Blick keine Gemeinsamkeiten auf. Und doch gibt es sie: Beide enthalten hochwirksame Polyphenole. Vielleicht wird die Heilkraft dieser Lebensmittel deshalb seit Jahrtausenden so geschätzt. Denn Polyphenole aus Äpfeln und Grüntee können – wenn die beiden Lebensmittel regelmässig und in ausreichenden Mengen verzehrt werden – die unterschiedlichsten chronischen Krankheiten im Keim ersticken. Eine aktuelle Studie hat nun erstmals gezeigt, wie Polyphenole aus Grüntee und Äpfeln Krebs bekämpfen.

Polyphenole gegen Krebs und andere chronische Krankheiten

Polyphenole sind das Geheimnis gesunder Ernährung – einer Ernährung, die vor chronischen Krankheiten schützt. Denn ob Herz-Kreislauf-ErkrankungenDiabetes, Krebs oder Demenz: Weltweit leiden immer mehr Menschen an chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind bereits zwei von fünf Menschen betroffen und in der Schweiz wird heute jede fünfte Person wegen einer chronischen Krankheit ärztlich behandelt – Tendenz steigend. Zu den Ursachen zählen insbesondere ungesunde Ernährung, StressBewegungsmangel und Umweltgifte.

Umgekehrt kann eine gesunde Ernährung mit Lebensmitteln, die reichlich Polyphenole enthalten, die so genannten Zivilisationskrankheiten abwehren. Forscher vom Institute of Food Research (IFR) in Grossbritannien haben aber erst kürzlich herausgefunden, wie die Polyphenole aus Grüntee und Äpfeln wirken.

Polyphenole in Grüntee und Äpfeln machen gesund!

Polyphenole sind in den meisten Pflanzen vorhanden, auch in ganz alltäglichen Lebensmitteln wie Grüntee und Äpfeln. Im Grüntee findet sich beispielsweise das Polyphenol Epigallocatechingallat (EGCG) und im Apfel das Polyphenol namens Procyanidin. Polyphenole schützen vor freien Radikalen, regulieren den Blutdruck, hemmen Entzündungen, beugen Krebs vor und wirken sich somit auf vielfältige Weise äusserst positiv auf die Gesundheit aus.

Dr. Paul Kroon und seinem Team ist es nun anhand einer Studie gelungen, den Wirkmechanismus der Polyphenole besser zu verstehen. Die Forscher haben menschliche Blutgefässe untersucht und dabei entdeckt, dass Polyphenole im grünen Tee und in Äpfeln ein wichtiges Signalmolekül blockieren, das den komplizierten Namen „Vascular Endothelial Growth Factor“ (kurz VEGF) trägt. VEGF erfüllt viele unterschiedliche Aufgaben. Dazu zählt beispielsweise auch die Bildung neuer Blutgefässe.

Wie Polyphenole aus Grüntee und Äpfeln Krebs bekämpfen

Eine erhöhte Konzentration des VEGF kann auf die Gesundheit aber einen sehr negativen Effekt haben, da dadurch z. B. die Gefässverkalkung gefördert und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten gesteigert wird. Zudem spielt das Signalmolekül eine entscheidende Rolle beim Wachstum und der Ausbreitung von Tumorzellen. Denn Tumore wollen schliesslich versorgt werden, wozu sie die Bildung eigener Blutgefässe anregen, über die sie sich mit Nährstoffen versorgen können.

VEGF kann Tumoren nun bei eben dieser Blutgefässbildung helfen. Krebs ist jedoch umso schwerer besiegbar, je besser er mit Blutgefässen ausgestattet ist. Die Studie von Dr. Paul Kroon hat nun gezeigt, dass sich Polyphenole direkt an das VEGF-Molekül binden und dabei dessen Aktivität hemmen. Somit konnte zum ersten Mal bewiesen werden, wie konkret gesunde Lebensmittel, die Polyphenole enthalten, Krebs verhindern oder bekämpfen können.

Schon eine kleine Dosis Polyphenole wirkt!

Des Weiteren hat das Forscherteam festgestellt, dass bereits relativ niedrige Polyphenol-Konzentrationen ausreichen, um das VEGF zu stoppen. Wer also regelmässig polyphenolreiche Lebensmittel wie Äpfel, Aroniabeeren oder Trauben isst und GrünteeZistrosentee oder Kakao trinkt und gleichzeitig ungesunde Nahrungsmittel meidet, kann viel dazu beitragen, sich vor Zivilisationskrankheiten zu schützen.

Polyphenole sind nicht die einzige Waffe gesunder Lebensmittel. Wie Äpfel beispielsweise aufgrund ihrer Oligosaccharide in Verbindung mit apfeleigenen Enzymen Darmkrebs bekämpfen können, haben wir hier bereits beschrieben: Äpfel gegen Darmkrebs. Denken Sie daran, dass biologisch angebautes Obst und Gemüse zwischen 18 und 69 Prozent mehr Polyphenole enthält als konventionelle Ware!

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/polyphenole-ia.html

Zur Übersicht aller Artikel

Wie Polyphenole gegen Krebs wirken: Teil 1

Sekundäre Pflanzeninhaltstoffe oder kurz Phytonährstoffe sind natürliche Substanzen pflanzlicher Herkunft mit wichtigen Aufgaben: Sie schützen die Pflanze vor Insekten, Krankheiten, Trockenheitsstress, ultraviolettem Licht und Verunreinigungen. Die meistbekannten Phytonährstoffe sind Polyphenole, Carotinoide, Flavonoide, Catechine und Isoflavone.

Es gibt eine Reihe Unterklassifizierungen, darunter etwa die Lignane, Phenolsäuren und Indole. Flavone kommen in Kräutern und Gemüse wie Petersilie und Sellerie vor, Flavone in Tomaten oder auch in Zitrusfrüchten. Catechine gibt es in Obst, wie roten Weintrauben, aber auch in Grünem Tee oder der Kakaobohne. Lignane sind in verschiedenen Hülsenfrüchten, in Getreide, Vollkorn und Leinsamen zu finden. Doch schützen Phytonährstoffe die Pflanzen nicht nur gegen unterschiedliche Krankheitserreger und vor UV-Licht. Polyphenole sind auch wirksame Antioxidantien und hemmen Entzündungen.

Bis in die jüngste Zeit wurden Phytonährstoffe als unbedeutend für den Menschen betrachtet. Heute wissen wir jedoch, dass sie für die Aufrechterhaltung des menschlichen Lebens sehr wohl notwendig sind. Die meisten unter ihnen zeigen krebshemmende Eigenschaften. Allerdings hängt die Menge der tatsächlich im menschlichen Körper wirksamen Polyphenole von ihrer Bioverfügbarkeit ab, also wie viel von der jeweiligen Verbindung über die Verdauung aufgenommen und dann verstoffwechselt wird. Gewöhnlich reicht die allein über die Nahrung aufgenommene Menge nicht aus, um einen Schutzeffekt zu erzielen.

Viele Studien konzentrieren sich auf einzelne Polyphenole, um deren biologische Wirkungsweisen im menschlichen Organismus zu verstehen. Hingegen beruht der gesundheitliche Nutzen dieser Verbindungen auf zellulärer Ebene gerade in ihrem Zusammenwirken untereinander sowie mit anderen Mikronährstoffen.

Dieser Newsletter richtet den Schwerpunkt auf einige der wichtigsten und bestuntersuchten Polyphenole und darauf, welche Funktionen sie im Körper ausüben.

Catechine kommen in Grüntee vor, der mehrere Polyphenole enthält, darunter auch Epigallo-Catechin-Gallat (EGCG). EGCG besitzt die höchsten antioxidativen und krebshemmenden Eigenschaften. Diesem Catechin sind in Bezug auf Krebs die meisten Studien gewidmet. Belegt ist, dass EGCG das Krebszellwachstum unterbinden kann, indem die entsprechenden Anti-Krebs-Gene (z.B. p53 und Bax) aktiviert werden. Dadurch wird die Apoptose initiiert und verschiedene andere biologische Prozesse in Gang gesetzt, die vor Krebs schützen.

Werden EGCG oder andere Polyphenole jedoch isoliert eingesetzt, benötigen sie, über den Verdauungsweg aufgenommen, praktisch immer eine höhere Konzentration. Dabei nimmt ihre Bioverfügbarkeit graduell ab, so dass als bioaktive Verbindung viel weniger im Blut und im Gewebe ankommt, als notwendig ist. In unseren in vivo- und in vitro-Studien haben wir gezeigt, dass die Bioverfügbarkeit von Polyphenolen ansteigt, wenn sie in Synergie zusammenwirken. Im zweiten Teil beleuchten wir diesen Zusammenhang eingehender.

Quelle: https://www.dr-rath-foundation.org/2018/05/the-anticancer-effects-of-polyphenols-part-1/?lang=de

 

Zur Übersicht aller Artikel

Wie gesund ist eigentlich grüner Tee?

Sadō oder Chadō sagen die Japaner, wenn sie eine Teestunde einlegen. Immer mit grünem Tee, in Japan wird nur solcher produziert. Allerdings klingt „Teestunde“ etwas hemdsärmelig angesichts dessen, was da zum jahrhundertealten Kulturgut gehört. Zeremonie oder Ritual trifft es eher.

Kennern ist Teeweg am liebsten, eine Zeremonie, die mit den vier Prinzipien Harmonie (wa), Respekt (kei), Reinheit (sei) und Stille (jaku) gleichsam auf das Verhalten ausstrahlen und im großen Ganzen den Lebensweg symbolisieren soll. Selbst, wenn der gerade nicht zu erkennen ist: Wer den Weg des Tees geht, wird belohnt. Zumindest mit Langmut. Und sonst?

In der westlichen Welt wird Grüntee vor allem wegen der ihm zugeschriebenen Wirkweisen auf die Gesundheit getrunken. Camellia sinensis, die Mutter aller Teepflanzen, wartet mit Schätzen auf, die sie wie eine kleine Apotheke funktionieren lassen – wie ein Supercocktail mit allerlei wohltuenden, vorbeugenden und sogar heilsamen Effekten. Immerhin gilt der sogenannte echte Teestrauch als Heilpflanze.

Damit er als solche wirken kann, braucht es einige Voraussetzungen. Zunächst müssen die Anbau-, Ernte- und Reinigungsmethoden so sein, dass weder Pestizide (Stichwort Glyphosat) eingesetzt werden, noch größere Gehalte an giftigen Pyrrolyzidinalkaloiden (PA) übrig bleiben. Eins wie das andere macht krank.

PA sind eine raffinierte Waffe der Natur. Pflanzen sichern damit ihr Überleben, indem sie sich Fraßfeinde vom Leib halten. Das Problem: Diese sekundären Pflanzenstoffe können die Leber des Menschen schädigen und lösen bei Versuchsmäusen Krebs aus. Erzeugnisse aus biologisch-nachhaltig bewirtschafteten Teegärten sind deshalb die beste Wahl.

Dann entscheiden die Zusammensetzung und Konzentration der unterschiedlichen Inhaltsstoffe über Qualität und Wirkung. Diese ist bei grünen (und weißen) Tees deshalb vielfältiger als bei Schwarztees, weil sie nicht fermentiert werden. Das heißt, die Blätter und gegebenenfalls Stengel durchlaufen keinen Oxidationsprozess, bei dem sich die Bestandteile und der durch Pressen austretende Zellsaft im Kontakt mit der Luft verändern. Sie werden nach dem Welken kurz erhitzt, geröstet oder gedämpft. Entsprechend bleiben die Vitalstoffe enthalten.

„Grüntee beinhaltet drei Bestandteile, die für die Gesundheit des Menschen von Wichtigkeit sind: Koffein, Öle und Polyphenole“, sagt Professor Johannes Huber, Hormonspezialist und Theologe aus Wien. Besonders lohnend ist der Blick auf die Polyphenole, einer Untergruppe der Sekundären Pflanzenstoffe, die in allen Pflanzen in gigantischer Vielfalt vorkommen und unter anderem für Duft, Geschmack und Farbe sorgen.

Das Penicillin der grünen Blätter

Dazu gehören auch die Catechine, deren prominentester Vertreter das Epigallocatechin-Gallat (EGCG) ist. Viele Wissenschaftler meinen, dass unsere Gesundheit am ehesten durch diesen Stoff gefördert wird. Für andere wiederum ergibt sich ein Gutteil seines Erfolgs aus dem Wechselspiel mit sämtlichen Inhaltsstoffen, einschließlich Vitaminen (vor allem Vitamin C), Spurenelementen (Zink, Mangan, Chrom), Aminosäuren (Theanin).

Johannes Huber nennt ECGC das Penicillin der grünen Blätter. „Von der Evolution hat Epigallat offensichtlich die Aufgabe bekommen, wie ein Antibiotikum Bakterien und andere Eindringlinge abzuwehren, und das leistet es auch beim Menschen.“ Es richtet seine Kraft beispielsweise gegen den Candida-Pilz, einen speziellen Feind des weiblichen Körpers. Darüber hinaus wirkt es entzündungshemmend und antioxidativ: Es stoppt die aggressiven freien Radikale, die den Zellkern und damit Erbinformationen schädigen und die Tumorentwicklung begünstigen. Verhindert Grüntee also Krebs?

„Mit der Beantwortung solcher Fragen muss man behutsam umgehen“, sagt Huber, der fünf Jahre Vorsitzender der Bioethik-Kommission war. In der internationalen Forschung, darunter der des National Institute for Health in Maryland/USA, scheine sich jedoch herauszukristallisieren, dass Grüntee einen Effekt auf manche Krebsarten ausübt. „Jedenfalls ist es kein Fehler, welchen zu trinken, um sich zu schützen.“ Vor Brustkrebs vielleicht, vor Hautkrebs oder dem Prostatakarzinom.

Auch in der Prävention bekommt Grüntee immer mehr einen Platz. Laut Huber vermag er Karies fernzuhalten und kann die Reparatur der Haut bei zu starker UV-Strahlung stimulieren. Sammle man sämtliche verfügbare wissenschaftliche Arbeiten, dann wären günstige Effekte auf Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel (auch bei Diabetes), auf das Herz-Kreislauf-System und Körpergewicht wahrscheinlich. Ebenso lasse sich das Immunsystem stärken, die Verdauung fördern, die Darmflora positiv beeinflussen.

Nicht zuletzt ist Grüntee wahlweise ein Entspannungs- und Belebungsgetränk. Zuständig dafür sind die Catechine, Gerbstoffe, Theanin und natürlich Koffein. Koffein ist der Muntermacher, er erhöht die Aufmerksamkeit, Wachheit und Reaktionsschnelligkeit. In dem Zusammenhang hat inzwischen Matcha den Markt erobert – aufwendig zu sattgrünem Pulver vermahlener Blatttee von bester Qualität und mit den Inhaltsstoffen in Hochpotenz.

So ein Schälchen schaumig geschlagenes „Grünes Gold“ ist die wohl intensivste Art des Teegenusses, eine perfekte Espresso-Alternative, die darüber hinaus als stärkstes Antioxidans gilt. Matcha kann zwei bis vier Mal pro Woche getrunken werden. Ansonsten gibt es keine klaren Aussagen dazu, wie viel Grüntee der Mensch braucht, um davon nennenswert zu profitieren.

Doch wie so oft heißt es auch hier: Weniger ist mehr. Die Dosis macht bekanntlich das Gift, entsprechend schreiben Sachverständige dem ECGC nicht nur Positives zu. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority, EFSA) ist 2018 zu dem Schluss gelangt: In Form von Nahrungsergänzungsmitteln kann grüner Tee in Dosierungen von 800 mg/Tag oder darüber die Leber schädigen.

Blattaufgüsse dagegen gelten gemäß EFSA als sicher und gut verträglich. In hochwertigen japanischen Produkten stecken besonders viel Catechine, in einem Liter 140 bis 190 Milligramm. Mengen, die ausreichen. Und weil einmal keinmal ist, kommt es auf Regelmäßigkeit an.

Ja, und schließlich die Zubereitung, die selbst in ihrer schlichtesten Form ein wenig Wissen und Zeit benötigt. Im Ergebnis ist es das Aroma samt der verschiedenen Farbnuancen und Intensitäten, was Liebhaber so mögen: von grasig und frisch-fruchtig über nussig-süßlich bis feinherb und edelbitter. Milch als Zugabe ist traditionell tabu, es setzt die Substanzen außer Gefecht. Allenfalls darf´s ein wenig Honig sein, die Kombination ist eine Wunderwaffe bei Erkältungen.

Die Chinesen sind diesbezüglich lässiger. Es braucht keine spezielle Teezeit. Becher, Schale oder ein Schraubdeckelglas gehören zu jeder Mahlzeit, jedem Geschäftsessen, jeder Wanderarbeit. Apropos, der Ordnung halber sei noch erwähnt, dass die Geschichte des grünen Tees im zweiten Jahrtausend v. Chr. in China begonnen hat und um 550 n.Chr. mit buddhistischen Mönchen nach Japan gelangt ist. Im alten China war es der Gelehrte T’ien Yiheng, der auf die seelische und spirituelle Dimension aufmerksam machte: „Man trinkt Tee, um den Lärm der Welt zu vergessen.“

Quelle: https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/health/gruentee-wie-gesund-ist-eigentlich-gruener-tee/24107606.html

Zur Übersicht aller Artikel

Grüntee und Alterung

Im Alter scheint offenbar der Körper mehr auf den Fettstoffwechsel zu setzen, der Fett­einbau wird gefördert, der Kohlenhydratimport in der Zelle reduziert. Dem kann in einfacher Weise mit dem Grünen Tee entgegen­gewirkt werden. An einfachen Lebewesen, wie an der Hefe und der Drosophilia-Fliege untersucht man seit vielen Jahren Gene, die die Lebensdauer beeinflussen. Dabei offen­baren sich Mosaiksteine, die gut in das Bild des Grünen Tees passen: Unterdrückt man die Fettversorgung des Körpers, wird ande­rerseits die Zuckerbildung in der Leber erhöht und gleichzeitig die Sensibilität der Zellen für Kohlenhydrate ver­stärkt, so dass letztendlich im Blut die Zuckerkonzentration sinkt – wenn man dies durch Genmanipulationen erreicht, dann prolongiert sich deutlich die Lebensdauer der Ver­suchstiere. In diese Re­gelkreise greift auch der Grüne Tee ein. Die Übereinstimmung seiner Wirkung mit den Genexperi­menten an Hefe und Fliege verhärten von einer anderen Seite den gesundheitsfördernden Effekt dieses Getränkes.

Der Grüne Tee scheint auch jene Menschen zu schützen, die das berühmte Gas Stickmonoxyd (NO) nicht in ausreichendem Maße in ihren Blutgefäßzellen herstellen können. Das NO er­laubt den Adern in unserem Körper, sich zu relaxieren, zu ent­span­nen, sich auszudehnen, damit letztendlich die Durchblu­tung zu verbessern. Dies tut jenen Organen gut, zu denen das Blut transportiert wird, aber auch die Blutgefäßzellen selbst haben davon einen großen Nutzen.

Jeder Krampf, der entsteht, wenn das krampflösende Stickmonoxyd fehlt, schadet auch dem Blutgefäß selbst. Es verliert seine Funktionsfähigkeit, wird an­fälliger für Radikale und verkalkt. Neue Untersuchun­gen demonstrierten (DUFFY), dass der Grüntee auch ein Ent­span­nungsgetränk für das Epithel, der Innenauskleidung der Blut­gefäße ist. Es relaxiert sie und schützt sie dadurch auf die­sem Weg.

Dadurch sinkt auch der Blutdruck – ebenfalls ein Erfolg des Grünen Tees. Vor allem bei postmenopausalen Frauen (Hodgson) konnte der blutdrucksreduzierende Effekt sehr schön nachgewiesen werden. Wahrscheinlich hängt auch dies mit dem Stickmonoxyd in der Postmenopause zusammen. Das Östrogen des Eierstockes ist ein starker Induktor dieses Gas, es sorgt für seine Freisetzung im Blut, was einen Aspekt der Herzprotektion durch die Eierstockshormone erklärt.

Fehlen in der Postmenopause die Östrogene, so beobachten manche Frauen das plötzliche Entstehen einer labilen Hypertonie: Der Blutdruck steigt an, obwohl man Lebensgewohnheiten und Essen nicht änderte, normalisiert sich nach einiger Zeit, um dann erneut hoch zu werden. Verständlicherweise beunru­higt das die weibliche Patientin. Findet man bei der kardiologi­schen Konsultation keine Grund für den plötzlich schwanken­den Blutdruck, soll man sich in Erin­nerung rufen, dass sowohl das Östrogen, wie auch der Grüntee die vegetative, die nerv­liche Situation der Blutgefäße günstig beeinflusst. Eine Probe aufs Exempel würde sich auszahlen.

Quelle: https://www.drhuber.at/gruener-tee/

Zur Übersicht aller Artikel

Darum sollten Sie (noch) mehr grünen Tee trinken!

Alle lieben grünen Tee – und das hat gleich mehrere Gründe. Er gilt als gesunder Wachmacher, soll die Haut jung halten, beim Abnehmen helfen und sogar vor Krebs schützen. Nicht nur deshalb trinken einige gesundheitsbewusste Foodies ihn literweise. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die sich mit den gesundheitlichen Effekten von Grüntee beschäftigen.

Wirkung: Diese Inhaltsstoffe machen grünen Tee so gesund

Neben zahlreichen Vitaminen und Mineralstoffen enthält grüner Tee vor allem einen wirksamen Mix an sekundären Pflanzenstoffen. Insbesondere Catechine, wie etwa Epigallocatechingallat (EGCG), werden dabei für seine Gesundheitspower verantwortlich gemacht. Sie wirken antioxidativ – das heißt, sie können die Körperzellen vor dem Einfluss freier Radikale schützen. Das bremst etwa den Alterungsprozess der Haut aus.

Grüner Tee soll außerdem die Selbstreinigungskräfte des Körpers aktivieren (Zauberwort: Detox!), entzündungshemmend, blutdrucksenkend und regulierend auf den Cholesterinspiegel wirken. Angeblich kann er Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Alzheimer vorbeugen.

Denn die sekundären Pflanzenstoffe minimeren offenbar Ablagerungen in den Gefäßen und reduzieren Eiweißablagerungen im Gehirn. Einige Studien deuten auch darauf hin, dass grüner Tee vor Krebs schützen könnte. Stichfeste Beweise für viele der Wirkungen fehlen bislang. Ein Wundermittel ist grüner Tee also nicht, aber: „In Japan, wo viel grüner Tee getrunken wird, gibt es weniger Krebserkrankungen als bei uns“, sagt Tee-Experte Schmidt. „Inwieweit das am Teekonsum liegt, muss noch intensiver erforscht werden. Fest steht aber, dass wir es hier mit einem absolut gesunden Durstlöscher zu tun haben, den Sie ruhig täglich trinken dürfen.“

Koffein in grünem Tee macht sanfter wach als Kaffee

Wer keinen Kaffee mag, für den ist grüner Tee eine gute Alternative, denn auch er enthält reichlich Koffein. Der „Hallo-wach-Effekt“ ist aber ein anderer, denn das Koffein in grünem Tee wird erst nach und nach freigesetzt. Die Wachmacherwirkung setzt also etwas zeitverzögert ein, ist somit weniger intensiv als die von Kaffee, hält dafür aber etwas länger an.

Grüner Tee fördert dadurch die Konzentration, macht nicht so nervös und hibbelig wie Kaffee und gilt dank vieler Gerbstoffe insgesamt als magenschonender.

Fatburner: Grüner Tee hilft beim Abnehmen

Dass Tee beim Abnehmen hilft, ist nicht neu, schließlich enthält ungesüßter Tee keine Kalorien. Doch es gibt Teesorten – wie grünen Tee – die besonders gut zum Abnehmen geeignet sind. Eine Studie des Potsdamer Deutschen Instituts für Ernährungsforschung besagt, dass Sie aufgrund des im grünen Tee enthaltenen Epigallocatechingallats weniger Fett aus der Nahrung über den Darm aufnehmen. Darüber hinaus regt es die Fettverbrennung an, und die gesunden Bitterstoffe hemmen den Heißhunger.

Nicht zuletzt erhöht grüner Tee auch den Grundumsatz, indem er die Wärmebildung (Thermogenese) im Körper stimuliert – auch das lässt die Fettzellen schmelzen.

Quelle: https://www.womenshealth.de/artikel/gruener-tee-gesunder-fatburner-281961.html

Zur Übersicht aller Artikel

Grüner Tee gegen Schuppenflechte/Psoriasis ?

Grüner Tee hilft womöglich gegen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Lupus Erythematodes. Zumindest im Tierversuch hatte ein Sud aus unfermentierten Teeblättern die verschiedenen Krankheitsbilder von Immundefekten der Haut heilen können, so das Ergebnis einer US-Studie.

Bei Schuppenflechte, der so genannten Psoriasis, lösen Immunzellen, die eigentlich gegen Entzündungen schützen sollen, einen Überschuss an Zytokinen aus. Diese Proteine regulieren normalerweise das Wachstum und die Differenzierung von Zellen, doch verursacht ein Zuviel davon selbst Entzündungen und eine Überproduktion an Hautzellen. Zudem bilden Erkrankte zuwenig Caspase-14 aus – ein Eiweiß, das auf Gene wirkt, die den Lebenszyklus von Hautzellen regulieren.

Bei Psoriasis ist dieser Prozess unterbrochen. Da Hautzellen erst absterben, wenn neue gebildet wurden, verdickt und entzündet sich die Haut an dieser Stelle und blättert ab. Durch Polyphenole aus dem Tee wird die Bildung von Caspase-14 angeregt und damit die Hautzellproduktion normalisiert.

Zudem bewirkt der Extrakt, dass das Antigen PCNA (proliferating cell nuclear antigen) seltener aktiv wird. Es wird abgelesen, wenn sich Hautzellen teilen, doch geschieht dies bei Schuppenflechte zu oft und beschleunigt dadurch die Entstehung von Hautzellen. Denn es kommt im Krankheitsfall in allen Hautschichten vor, während es bei gesunden Menschen nur in der Basalschicht der Epidermis arbeitet. Die Tee-Polyphenole drängen sie zurück, sodass nur in der Basalschicht normale PCNA-Spiegel verblieben.

Nun hoffen die Forscher, basierend auf dieser Entdeckung neue Therapien gegen diverse Autoimmunkrankheiten der Haut Hautkrankheiten entwickeln zu können. Viele der momentan gängigen Behandlungen sind häufig noch riskant und Nebenwirkungen verbunden wie etwa die Bestrahlung mit UV-Licht, die auf Dauer zu Hautkrebs führen kann. (dl)

Quelle: https://www.spektrum.de/news/gruener-tee-gegen-schuppenflechte/896658

Zur Übersicht aller Artikel

Kann grüner Tee beim Abnehmen helfen und Fettleibigkeit verhindern?

Seit Jahrhunderten trinken Menschen grünen Tee, sei es wegen seines Geschmacks oder wegen erhoffter gesundheitlicher Vorteile. Da grüner Tee viele verschiedene positive gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper hat, untersuchten Forschende jetzt, wie sich der Konsum von grünem Tee auf Fettleibigkeit und das Abnehmen auswirkt.

Grüner Tee verhindert Fettleibigkeit bei Mäusen

Die Wissenschaftler der Ohio State University stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass grüner Tee die Gewichtsabnahme bei Fettleibigkeit unterstützt. Die Mediziner publizierten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Journal of Nutritional Biochemistry“.

Positive Auswirkungen von grünem Tee

Jüngste Forschungsprojekte haben bereits eine interessante Mischung aus potenziellen gesundheitlichen Vorteilen des Konsums von grünem Tee aufgedeckt. Dazu gehören beispielsweise der Schutz empfindlicher Zähne, die Abschwächung der Symptome von Alzheimer, die Abwehr von Bakterien und sogar die Verhinderung von Herzinfarkten. Frühere Studien hatten außerdem angedeutet, dass grüner Tee durch die entzündungshemmende Wirkung auf die Darmgesundheit auch ein wichtiger Faktor für den Abbau von Fettleibigkeit sein kann.

Bisherige Studie ergaben widersprüchliche Ergebnisse

Die neuesten faszinierenden Beobachtungen stammen von Ernährungswissenschaftlern der Ohio State University (OHU). Diese untersuchten, wie grüner Tee die Fettleibigkeit bei Mäusen einschränken kann. „Die Ergebnisse von Studien, die sich mit Adipositas-Management befassen, waren bisher stark gemischt“, erklärt Studienautor Richard Bruno von der Ohio State University in einer Pressemitteilung. Einige Studien scheinen festgestellt zu haben, dass grüner Tee die Gewichtsabnahme unterstützt, bei anderen Untersuchungen wurde kein solcher Effekt beobachtet, wahrscheinlich aufgrund der Komplexität der Ernährung im Verhältnis zu einer Reihe von Lebensstilfaktoren.

Wie war die Studie aufgebaut?

Die aktuelle Studie fand über einen Zeitraum von acht Wochen statt, an einer Gruppe von männlichen Mäusen. Die Hälfte der Tiere erhielt eine fettreiche Ernährung, um Fettleibigkeit hervorzurufen, und die andere Hälfte verzehrte eine normale, gesunde Ernährung. In beiden Gruppen wurde jeweils der Hälfte der Tiere grünes Tee-Extrakt unter die Nahrung gemischt. Diese Zugabe machte etwa zehn Prozent ihrer gesamten Ernährung aus. Bei einem Menschen würde dies der Menge entsprechen, welche wir durch zehn Tassen grünen Tee am Tag zu uns nehmen. Weibliche Mäuse waren in der Studie nicht enthalten, da sie gegen durch Ernährung induzierte Fettleibigkeit und Insulinresistenz resistent sind, erklären die Forschenden. Die Wissenschaftler maßen für ihre Untersuchung Körpergewicht, Fettgewebe, Insulinresistenz, Entzündungen im Darm und Fettgewebe, die Zusammensetzung der Darmmikroben und wie sich die Darmbakterien und ihre Derivate in den Blutkreislauf verschieben, so dass sie Entzündungen fördern.

Vorteile durch die Aufnahme von grünem Tee

Dies erlaubte den Medizinern, eine Reihe nützlicher Beobachtungen herauszuarbeiten, vor allem, dass die fetten Mäuse, deren Ernährung mit grünem Tee ergänzt wurden, um 20 Prozent weniger Gewicht zunahmen als die Tiere ohne Nahrungsergänzung. Diese Mäuse zeigten außerdem auch eine geringere Insulinresistenz, ein Risikofaktor beim Auftreten von Diabetes. Die mit grünem Tee gefütterten Tiere wiesen auch gesündere Ansammlungen von Mikroben im Darm und weniger Entzündungen im Fettgewebe und Darm auf. Sie waren auch weniger anfällig für ein Leaky-Gut-Syndrom (durchlässiger Darm), bei dem die Wand des Dünndarms beschädigt ist und giftige Stoffe in den Blutstrom austreten.

Weitere Forschung ist nötig

„Die Studie liefert Beweise dafür, dass grüner Tee das Wachstum von gesunden Darmbakterien fördert, und dies führt zu einer Reihe von Vorteilen, die das Risiko von Fettleibigkeit signifikant senken“, berichtet Studienautor Bruno. Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, ist es noch unklar, wie sich grüner Tee auf die Gewichtszunahme beim Menschen auswirkt. Selbst wenn der Tee eine Gewichtsabnahme erleichtert, stellt sich immer noch die Frage, ob es besser ist, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen oder Tee normal zu trinken, da der Körper seine Antioxidantien metabolisiert. Es könnte besser sein, den ganzen Tag über grünen Tee mit der Nahrung zu sich zu nehmen, wie dies bei den Mäusen der Fall war, sagen die Mediziner. Eine Folgestudie an Menschen soll jetzt offene Fragen klären. Dabei soll besonders untersucht werden, ob und wie zuverlässig grüner Tee einen durchlässigen Darm verhindern kann. Zukünftige Untersuchungen sollten dann aber unbedingt klären, wie der Konsum von grünem Tee Fettleibigkeit abwenden kann, betonen die Wissenschaftler. (as)

Quelle: https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/kann-gruener-tee-beim-abnehmen-helfen-und-fettleibigkeit-verhindern-20190315445774

Zur Übersicht aller Artikel

Grüner Tee gegen Amyloidose

Werner Hunstein war jahrzehntelang ein knallharter Schulmediziner bis eines Tages auch bei ihm eine unheilbare Krankheit diagnostiziert wurde und er – wie die WELT berich­tete – von Schülern einen Tipp bekam. Der emeritierte Hoch­schulprofessor zählt zu den onkologischen Pionieren Deutschlands. Er baute vor Jahrzehnten die Abteilung Häma­tologie, Onkologie und Rheumatologie an der Heidelberger Medizinischen Poliklinik auf und leitete sie bis 1998. An seiner Abteilung wurde im Jahr 1983 die erste Transplantation von Blutstammzellen erfolgreich durchgeführt.

Vor mehr als 6 Jahren wurde dem heute 79Jährigen eine ähn­liche Diagnose gestellt, wie er sie bei vielen anderen Patienten jahrzehntelang behandelte: eine Amyloidose. Interessanter­weise wurde diese leukämieähnliche Bluterkrankung ebenfalls in Heidelberg zum 1. Mal beschrieben, nämlich 1859. Dabei produzieren krankhafte Blutzellen, nämlich Plasmazellen, ein bestimmtes Eiweiß, das Leichtketten genannt wird. Diese für die Immunabwehr zuständigen Proteine werden vom Körper nicht mehr abgebaut, sondern klumpen sich als unauflösliche Fäden – in der Fachsprache Amyloidfibrillen genannt – zu­sammen und lagern sich im Gewebe lebenswichtiger Organe, vor allem in Herz und Nieren ein. Dadurch verdicken sich die Organe, sie werden verhärtet und nehmen in ihrer Funktion ab. Daran stirbt letztendlich der Patient.

Hunstein wusste, was diese Diagnose bedeutet: Als junger Pathologe in Berlin hatte er Organe an Amyloidose verstorbener gesehen, ihre Leber und Milz waren steinhart. Daran mag er sich erinnert haben, als sein eigenes Herz immer schwächer wurde und er Mühe hatte, einige wenige Meter zurückzulegen. Selbst seine Zunge war verdickt und hinderte ihn am Sprechen. Der Hämatologe erlebte am eigenen Körper, so schrieb er, wie es seinen Patienten ging, denen er jene Chemotherapie verord­nete, der er nun selbst unterzogen wurde: Geschmackstörun­gen, Schlaflosigkeit, körperliche Schwäche und enormer Ge­wichtsverlust waren der Preis, dass sich die Krankheit immer­hin 1½ Jahre lang stabilisierte, dennoch der erhoffte Durch­bruch blieb aus. Der Professor war austherapiert – wie das der Mediziner so unschön zu sagen pflegt – und wartete nur noch auf den Tod.

Doch dann ereignete sich etwas skurriles: Zwei seiner ehema­ligen Oberärzte gaben ihm einen Tipp; sie hatten in Berlin ei­nen interessanten Vortrag gehört, bei dem der Molekular­mediziner Erich Wanka am Max-Delbruck-Zentrum Unter­su­chungen vorgestellt hat, wonach mit einem bestimmten In­haltsstoff des Grünen Tees, dem Epigallocatechingallat, Amyloidablagerungen verhindert, ja sogar aufgelöst werden können.

Hunstein hatte nichts mehr zu verlieren, fortan trankt der Tod­kranke täglich 1,5 bis 2 Liter Grünen Tee. Die Wirkung ver­blüffte den passionierten Schulmediziner: Nach wenigen Wo­chen hatte sich sein subjektiv empfundener Zustand drama­tisch verbessert und auch objektiv ging es ihm besser. Die Herzscheidewand wurde langsam wieder dünner, von Monat zu Monat, das Herz dadurch wieder belastungsfähiger und auch die zunehmende Nierenschwäche konnte gestoppt werden. Aber Schulmediziner bleibt Schulmediziner und so entschloss sich Hunstein, seinen Selbstversuch im angesehe­nen Journalblatt „BLOOD“ einzureichen – wo es auch tat­sächlich ange­nommen wurde.

Das entfachte eine große Diskussion und Prof. Erich Wanka legte nach: Die Amyloidbildung, die durch den Grünen Tee verringert werden kann, spielt auch bei anderen schweren Er­krankungen eine große Rolle, so bei der Chorea Huntington, beim Morbus Alzheimer, beim Morbus Parkinson, sowie bei Lymphomen. Für die Nervenkrankheit Chorea Huntington wurde das bereits gezeigt, eine neue Arbeit belegt die amy­loidhemmende Wirkung des Epigallocatechingallats eindeutig beim Morbus Parkinson und beim Morbus Alzheimer. Dies hat die Wissenschaft enorm stimuliert: Im Amyloidose Zent­rum der Universität Heidelberg steht man offensichtlich schon in den Startlöchern, in der Amerikanischen Mayo-Klinik wird das Epigallocatechingallat auf seine Wirkungen bei bestimm­ten Blutkrebsen getestet.

Quelle: https://www.drhuber.at/gruener-tee/

Zur Übersicht aller Artikel